Didaktik

22. Vergleichende Didaktik des Portugiesischen als Zweit- und Fremdsprache: Historische Perspektiven und aktuelle Tendenzen
– Daniel Reimann, Christian Koch –
Kontakt:
daniel.reimann@uni-due.de / koch@romanistik.uni-siegen.de

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Ein Blick in die aktuelle Forschungslandschaft und Entwicklungsschwerpunkte der Portugiesischdidaktik bezogen auf Portugiesisch als Herkunfts-, Zweit- und Fremdsprache weltweit zeigt, dass hier auf der Ebene der Forschung, aber auch auf der Ebene der konkreten, theoriegeleiteten Unterrichtsentwicklung ganz unterschiedliche Schwerpunkte vorliegen. Dies haben auch die letzten Didaktik-Sektionen des Lusitanistentags auf sehr eindrückliche Art und Weise deutlich werden lassen. Vor diesem Hintergrund möchte die Sektion, die wiederum möglichst international ausgerichtet sein soll, sozusagen eine epistemologische Perspektive einnehmen und nach den genauen Ausprägungen, aber auch den Hintergründen solch unterschiedlicher Forschungsansätze fragen, was jedoch keineswegs ausschließt, dass auch konkrete Entwicklungsprojekte aus unterschiedlichen Kontexten vorgestellt werden können.

Ursächlich sind vor allem auch soziolinguistische und letztlich sprachgeschichtliche Hintergründe, was  jeweils zu unterschiedlichen Bedürfnissen der Lernenden und Lehrenden führt, die in andere Entwicklungsprojekte und in andere Forschungsschwerpunkte münden – Portugiesischunterricht als Fremdsprache in Deutschland etwa ist anders zu gestalten als in Frankreich oder in Portugal bzw. Brasilien, wiederum in anderen Bereichen sind die Unterscheidungen zwischen Portugiesisch als Zweit- und als Fremdsprache fließend (z.B. Mosambik), in wiederum anderen Regionen zeichnet sich ein diachroner Wandel von einer Situation des Portugiesischen als Zweit- zum Portugiesischen als Fremdsprache ab (z.B. Osttimor), eine Didaktik des Portugiesischen als Herkunftssprache ist stark vom linguistischen Kontext, aber auch von generationalen Aspekten im jeweils fraglichen Gebiet abhängig usw. 

Gleichzeitig steht Fremdsprachenunterricht und damit auch Fremdsprachenforschung / Fachdidaktik auch immer im Kontext von Bildungs- und Unterrichtstraditionen, ist von infrastrukturellen Gegebenheiten abhängig usw. – mitunter kann man, mit einem Blick auf den gegenwärtigen Portugiesischunterricht als Herkunfts-, Zweit- und Fremdsprache weltweit tatsächlich von einer „Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen“ sprechen.

Die Betrachtung und Einordnung aktueller Tendenzen impliziert mithin immer auch die historische Rückversicherung einerseits und es ist andererseits erklärtes Ziel der Sektion, dass sich auch Perspektiven für die Zukunft der portugiesischdidaktischen Forschung und Entwicklungsarbeit für verschiedene Kontexte abzeichnen. 

Die Beiträge können daher gleichermaßen den Blick zurück, in die Gegenwart oder in die Zukunft richten. Neben empirischen Studien können auch theoretische Modellierungen vorgestellt werden. Denkbare Themen sind unter anderem:

·      Orte und Institutionen des zweit- bzw. fremdsprachlichen Portugiesischlernens im deutsch- und portugiesischsprachigen Raum in Einzelbetrachtung oder im Vergleich

·      Entwicklung und Etablierung neuerer Formen des Portugiesischlernens (z.B. Herkunftssprachenunterricht, zweisprachige Erziehung mit einer anderen Erstsprache)

·      Portugiesischlernen im digitalen Raum

·      aktuelle Umbrüche des Portugiesischunterrichts (z.B. neue Lehr-Lern-Szenarien durch die Corona-Krise)

Perspektiven für die Zukunft in verschiedenen Lehr-Lern- und Forschungskontexten